von Robert Newcomb

Wiedermal ein Dreiteiler. Diesmal bestehend aus

1. Die fünfte Zauberin (The Fifth Sorceress)
2. Die Tore der Dämmerung (The Gates of Dawn)
3. Die magische Schrift (Scrolls of the Ancients)

Bei dieser Serie bin ich zur Zeit mit dem dritten Band beschäftigt, welcher mir (mehr zufällig als alles andere^^) im Bahnhofskiosk (wie eigentlich fast alle meine Bücher, gg) in die Hände fiel.

Entgegen der weitläufigen Meinungen, die man im Internet (Amazon, Bibliotheka-Fantastika) finden kann, bin ich einer der (anscheinend^^) wenigen Menschen, die Newcomb's Bücher von vorn bis hinten verschlingen, ohne großartige Pausen einlegen zu können. An die, die die dort zu findenden Rezensionen gelesen haben: Ja, die Geschichte beinhaltet in der Tat brutale und äusserst detaillierte, blutige und sadistische Szenen. Ja, das "Schema Fantasy" wird hier überaus deutlich bedient - Gut gegen Böse, bis zur Schmerzgrenze (und die liegt bei Herrn Newcomb äusserst hoch^^) und darüber hinaus. Auch ist "The Chronicles of Blood and Stone" sicherlich kein neuer Herr der Ringe.. oder, was Newcombs pure literarische Wendigkeit betrifft, auch keine Neuentdeckung der Zimmer Bradley. Trotzdem finde ich die Buchreihe äusserst unterhaltsam - und wesentlich mehr erwarte ich eigentlich nicht von Fantasy-Büchern. ;)

Die Handlung spielt im Lande Eutrakien, beherrscht von Monarchie.

Der Thronfolger Tristan, ein Mann im Besten Alter, der sich anfangs benimmt, wie die sprichwörtliche Axt im Walde, ein (rein männliches) magisches Direktorium, welches der "guten" (sogenannten Operativa) Magieseite nachfolgt kämpfen im ersten Band gegen Zauberinnen, welche der "bösen" (sogenannten Destruktiva) Magieseite folgen - und zur Ausbreitung ihrer Macht alle sadistischen, menschenverachtenden und ethikvergessenen Praktiken nutzen, derer sie habhaft werden können. In einem nicht näher erläuterten Krieg vor X Jahren wurden vier der fünf Anführerinnen verbannt - die Titelgebende Zauberin Nummer 5 lebt unentdeckt im Lande des Königs. Bis sie zum Gegenschlag ausholt und ihre vier Busenkumpaninnen zurück nach Eutrakien holt. A history repeating? ^^

Der zweite Band führt die Geschichte nach dem Fall der Zauberinnen fort, viele Probleme hat unser Thronprinz zu erledigen, ein Land in Schutt und Asche eines brutalen Krieges - aber nichtsdestotrotz hat er eine viel dringendere Aufgabe: Er muss seinen eigenen (dank der fünf Zauberinnen übelst missratenen) Sohn daran hindern, ein Tor in "die Himmel" zu öffnen um Tür und Tor für die "Gilde der Häretiker" zu öffnen.. uralten Gegenspielern der ebenso uralten "Vorausgegangenen" - wieder ein Paradebeispiel für die stoische Einteilung in Schwarz und Weiß. Diese haben einen besonderen Edelstein zurückgelassen, welcher allein für die gesamte Magie der Welt zuständig ist - Tristan's Sohnemann nun saugt dem Kleinod nach und nach leer um mit dieser gesammelten magischen Energie dann schlussendlich die bereits erwähnten Tore zu öffnen - das Finale ist übrigens alles andere als blutarm. ;)

Wie bereits wiederholt erwähnt lässt Newcomb in seiner Reihe keine Gelegenheit aus, um Blut fließen zu lassen. Egal, ob das an die Wand gekettete hilflose alte Männer sind, oder grauenerregende Mutationen, die sich mit den menschlichen Bewohnern von Eutrakien schlagen - für Gemetzel jedweder Couleur ist gesorgt. Zartbesaitete Gemüter mag diese Herangehensweise an "Fantasy" in der Tat abschrecken.. für mich als Dunkelseele hingegen war es eine schiere Labsal, nicht immer wieder auf dreizeilige Kampfszenen mit hervorsehbarem Ausgang zu blicken, sondern mal die Worte zwischen den Zeilen gängiger Romane zu sehen. Ein Kampf mit 2 Schwertern und einer Nagelpeitsche IST nunmal keine schöne und schon gar keine unblutige Angelegenheit. Und wenn ein Mensch von einer Zweihandaxt im Kreuz getroffen wird - dann nützt es auch sicher nichts, wenn der Chefheiler mal eben seine Hansaplast auspackt. Dann brechen Knochen, es spritzen die Innereien und es wird geschrien und geheult und gekreischt, was die Stimmbänder hergeben. Richtig so! Ich bin keineswegs ein Gewalt-Junkie.. aber wo gehobelt wird, fallen nicht erst seit gestern Späne. :twisted:

Gewöhnt man sich an den eher leichten Schreibstil von R.N., sieht von seinem latenten Hang zur Gewaltverherrlichung ab (oder kann damit leben^^) und kann zudem über das "Schwarz ⇔ Weiß" / "Gut ⇔ Böse" / "Mann ⇔ Frau"(!^^) Schema hinwegsehen, so bekommt man zwar immer noch nicht den "Herrn der Ringe" zu lesen, aber doch gute, althergebrachte Fantasykost ohne größere Schluckbeschwerden. Und hat den literarischen Beweis, daß Frauen einfach schon von Grund auf "teh evil" sind. :D